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Selbstsabotage beenden

Gibt es Punkte im Leben, an denen Sie scheinbar arbeiten doch immer wieder scheitern? Eine Erhöhung Ihres Vermögens, eine Erweiterung Ihreres sozialen Umfeldes oder eine qualitative Verbesserung Ihrer Beziehungen? Wollen Sie abnehmen und schaffen es trotz vieler Versuche nicht? Dann ist die Chance groß, dass Sie sich selbst sabotieren.

15258308NDer Frage wie wir alte selbst sabotierende Muster beenden können geht „Rainer Tschechne“ in seinem Buch: „Die Angst vor dem Glück: Oder warum ich mir selbst im Wege stehe“ nach. Zwar umfasst das 2005 herausgegebene Buch 240 Seiten, doch die Kernaussagen sind einfach erklärt. Wenn wir uns selbst sabotierenden folgen wir unseren Gewohnheiten. Unsere Gewohnheiten geben uns Sicherheit. Durch Gewohnheiten stellen wir sicher, dass wir im Gleichgewicht (Homöostase) bleiben. Um diese Sicherheit nicht aufs Spiel zu setzen, behindern wir uns selbst, und sorgen dafür, dass alles beim alten bleibt.

Das so scheint es ist nun wirklich nichts neues. Gewohnheiten, so auch Rainer Tschechne lassen sich mit Disziplin verändern. Wir müssen üben, üben und nochmals üben. Etwas exklusiver als die weit verbreitete und auch im Buch ausführlich erklärte Lehre von den Gewohnheiten ist, dass hier empfohlen wird schon mit den Rückschlägen zu rechnen. Statt gleich von heute auf morgen perfekt sein zu wollen, rät der Autor, zu der auch nicht sonderlich neuen, Selbst-Akzeptanz. Allerdings empfiehlt er bewusst nach einer erfolgreichen Veränderung das Tempo zu drosseln oder gar Schritte zurück zu gehen um die Sicherheit wieder herzustellen, die uns die Gewohnheiten geben. Wenn wir mit dem Rückschlag bereits im Vorfeld rechnen, trifft er uns nicht so hart.

Auch etwas außergewöhnlicher im Vergleich zu anderer Coaching Literatur ist hier die Ansicht, dass wir nicht nur in unserem Verhalten Gewohnheiten folgen, sondern auch Gefühlsgewohnheiten haben. So versuchen wir regelmäßig ähnliche Gefühle, die wir bereits in der Vergangenheit kennengelernt haben wieder herzustellen.

Mit dem Streben nach Sicherheit, durch die Wiederholung von Bekanntem, dem Streben bekannte Gefühle und bekanntes Verhalten wieder aufleben zu lassen, lässt sich auch erklären weshalb viele Menschen sich gerade einen Partner aussuchen, der Ihrem gegengeschlechtlichen Elternteil stark ähnelt. Hier haben wir ja bereits intensive „Beziehungserfahrungen“ gesammelt und wissen so worauf wir uns einlassen und wir wir mit dem anderen umgehen können.

Was in einem Buch steht, was die wesentlichen Punkte sind, hängt natürlich auch immer vom Leser ab. Das bedeutet keinesfalls, dass um so höher der Bildungsstand eines Lesers ist, desto weniger in einem Buch steht, da der Leser schon alles weiß. Was in einem Buch steht ist herunter gebrochen auf Buchstaben immer das Gleiche, was wir jedoch verstehen liegt immer bei uns. Eventuell brauchen wir gerade eine gewisse Vorbildung um ein Buch richtig einordnen zu können, oder gewisse Vorerfahrungen. Erfahrungen sind oftmals auch um eine vielfaches wichtiger als theoretisches Wissen. Man erkläre doch mal einem Wüstenbewohner, der noch nie schwimmen war, wie es sich anfühlt in einem See zu schwimmen, oder einer eisernen Jungfrau, was wir beim Sex empfinden. Glauben Sie wirklich der oder die Zuhörerin könnten sich theoretisch ein Bild machen, theoretisch das Gesagte nachempfinden, exakt so wie sie es als „Erfahrener“ kennen?

So liegt es sicher an meiner Vorerfahrung, dass mir auch einige Punkte im Buch negativ ins Auge vielen, sodass ich fast geneigt war es halb fertig gelesen wegzulegen. Es stört mich doch sehr, auch wenn ich (das Buch) „Zen Mind Beginner’s Mind“ gelesen habe, in dem eine wichtige Aussage ist, dass wir alles Neue mit dem offenen „Beginner’s Mind“ aufnehmen sollen und nicht direkt ablehnen, wenn ich den Eindruck habe: „Hier weiß ich es besser als der Autor und der Autor erzählt Binsenweisheiten“. Mit welchem Recht schreiben uns Autoren, die keine ausgebildeten Ökotrophologen sind in der Ratgeberliteratur, ohne sich dabei ausführlich auf die Empirie eigener Erfahrungen zu berufen vor, wie wir uns ernähren sollten? Sind es gut gemeinte Ratschläge oder ein Bedürfnis Macht auszuüben? Was das Buch: „Die Angst vor dem Glück: Oder warum ich mir selbst im Wege stehe“ anbelangt, kann ich Sie beruhigen, Sie werden, wenn Sie hier mehr erfahren wollen, keine lange Abhandlung über die gut gemeinten Ernährungsgewohnheitsweißheiten des Autors finden. Allerdings widerspreche ich in dem pauschalen Punkt (einer Randbemerkung), dass Diabetes durch fettes Essen ausgelöst wird. Nach gerade durchgeführter Recherche spielt Übergewicht eine Rolle. Doch ich habe mich schon in meiner Vergangenheit ausschließlich von Fetten und Proteinen und 40-50g Kohlenhydraten am Tag ernährt und dabei stark abgenommen (nach dem Low-Carb Prinzip, ein wirklich hilfreicher Tipp, wenn Sie abnehmen wollen und hier Gewohnheiten ändern möchten). Ohne Arzt zu sein und ohne es bei der Recherche schwarz auf weiß gefunden zu haben, begünstigt das Essen kurzkettiger Kohlenhydate Diabetes. Schade über mein Haupt, dass auch ich jetzt Halbwissen verbreite, doch immerhin kennzeichne ich das. Eventuell kann das ein selbstverständlich „allwissender“ Arzt in den Kommentaren aufklären.

Ein weiterer Punkt der mir negativ ins Auge viel, ist die Grundlage (aus Sicht des Autors) einer jeden Partnerschaft: „Ich werde für dich da sein, alles für dich tun und mich nach deinen Bedürfnissen richten.“. Diese „Grundlage“ erinnert mich doch zu sehr an die von Hand Jellouschek in seinem Buch: „Die Kunst als Paar zu leben“ kritisierte Selbstverwirklichung in der Beziehung, bei der ein Partner sich den Bedürfnissen des anderen Partners völlig unterordnet und dann einen Sinn im Erfolg des anderen findet. Illustratorisch beschreibt das, das Bild der Hausfrau die für Ihren Mann kocht, wäscht, sich um die Kinder kümmert, Ihr Leben nach den Wünschen des Mannes ausrichtet und sich nicht um Ihr eigenes persönliches Weiterkommen kümmert. Natürlich kann der Autor hier auch etwas anderes gemeint haben, während sein Fokus nicht auf dem absolutistischen Wörtchen „alles“, vor dem „tun“, lag, natürlich ist es unabdingbar die Bedürfnisse des Partners in einer Partnerschaft zu berücksichtigen, doch wichtig sind vor allem auch immer unsere eigenen Bedürfnisse. Wir haben die Pflicht dafür zu sorgen, dass es uns gut geht. Deshalb ist die Grundlage einer Partnerschaft für mich dass: „Die Bedürfnisse beider Partner im Zusammenleben besser erfüllt werden können als allein“.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die immer wieder mitschwingende Ablehnung der Verantwortung für eigene Gefühle, da ja, so der Autor, diese zum Großteil von den Gewohnheiten abhängen. Diese Verantwortungslosigkeit drückt er in seiner Sprache aus, in dem er schreibt, dass ein Ereignis oder eine Erfahrung uns traurig macht. Ganz im Gegensatz zur Philosophie von Doris Wolf, nach der unsere Gedanken es sind, die wir uns selbst machen, die wiederum zu unseren Gefühlen führen. Anhänger dieser Theorie wählen auch die in unserer Kultur weniger verbreiteten eigenverantwortlichen Formulierungen zu Gefühlen ala: „Ich fühle mich traurig, weil ich es nicht mag wenn Du mich ignorierst“, oder „Ich fühle mich glücklich, weil es mir gefällt wenn die Sonne scheint“. Sie merken den Unterschied? Gut! Ich persönlich bin der Ansicht: Die Wahrheit liegt zwischen beiden Ansichten. Zwar können wir durch unsere Gedanken unsere Gefühle stark beeinflussen, doch ist es manchmal doch sehr schwer. Versuchen Sie doch mal, in einer Konfliktsituation, mit einem unfairen herablassenden Gegenüber, Ihr Gefühl durch Gedanken zu steuern: „Ich bin ein liebenswerter Mensch und glücklich und dankbar dass es mich gibt und ich auf dieser Welt so viel wunderbares entdecken kann. Es macht mir nichts aus, dass er andere sich gerade herablassend verhält.“. Sie werden feststellen mit etwas Übung, erschüttert Ihr gutes Gefühl (fast!!) nichts mehr und sie sind gefestigt wie ein Fels in der Brandung.  Doch einfach ist es nicht, wir müssen üben.

Abgesehen von diesem Kritikpunkten und häufiger Wiederholungen (Redundanz ; ), vermittelt der Autor in seinem Buch sicher das nötige Wissen um seine Gewohnheiten zu erkennen. Wenn Sie sich (wie auch hier empfohlen) gelegentlich Fragen, „Was tue ich denn für meinen Misserfolg?“, „Was tue ich dafür, dass ich XY nicht erreiche?“, kommen Sie hier sicher schon einen guten Schritt weiter und können nun selbst entscheiden ob Sie Ihre offenen Baustellen anpacken wollen, oder doch lieber noch etwas dafür tun wollen, dass Sie die Baustellenschilder:“In Arbeit, bis in Ewigkeit“ stehen bleiben, in dem Sie erstmal vertagen und das beschriebene Buch bestellen und lesen.

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